Dorfgemeinschaft Himmelmert e.V.

 

Hammerschmieden in Himmelmert     (Ein Beitrag von Renate und Heribert Lill)

 

In den Bachtälern des Sauerlandes, insbesondere im heimischen Raum, entstanden bereits im 17. bis 18. Jahrhundert kleine, wassergetriebene Schmiedehämmer, so auch bei uns in Himmelmert.

 

Um 1750 betrieb der Reidemeister und Eigentümer der Hofes Hucksholl, Jobst Heinrich Stahlschmidt, einen solchen sogenannten „Osemundhammer“ auf seinem Grundstück an der Ebbecke. Unterhalb eines angelegten Stauteiches arbeitete vermutlich ein Schwanzhammer, der als Selfhammer (Selbstläufer durch Wasserkraft) besonders zum Schmieden von kleineren Teilen wie Hacken, Schüppen, Äxten, Beschlägen für den Wagenbau, Eggenzinken usw. geeignet war.1) 

 

Hinweisen auf einen zweiten Osemundhammer weiter oberhalb an der Ebbecke „Auf dem Stockstücke“ muss noch nachgegangen werden.

 

1848 wurde der untere Hammer nach dem Eigentümerwechsel auf dem Hof Hucksholl aufgegeben.

 

1858 errichtete dort Heinrich Hammerschmidt eine Papiermühle.

 

1892 verkaufte er das Firmengelände an Franz Mayer. In den Folgejahren entstand dort eine größere   
         Gesenkschmiede mit schweren Riemenfallhämmern und später mit Schmiedepressen.


1985 wurde der Betrieb an die Firma plettac-AG verkauft und produzierte weiter unter dem Firmennamen Franz Mayer 
         – Unternehmen der plettac-AG.

 

1995 wurde die Firma in „plettac Umformtechnik GmbH & Co. KG“ umbenannt und gehörte zum Firmenverbund
         Hammerwerk Schulte GmbH & Co. KG, Franz Mayer GmbH, plettac – Schmiede, Krupp Brüninghaus Schmiede.

 

2003 fand die Übernahme des Betriebes durch die Dr .Rohland KG, Ratingen , mit gleichzeitiger Umfirmierung in 
         Schmiedetechnik Plettenberg GmbH & Co. KG (STP) statt. Seit 2014 produziert die Firma unter dem Namen  
         Plettenberger Gesenkschmiede GmbH (PGS ).

 

1956 entstand in Himmelmert auf der anderen Talseite die Gesenkschmiede Schulte – Wiese, die seit 2013 unter  
         Beibehaltung des alten Firmennamens zur Prange – Gruppe gehört.

 

Hammerschmieden in Himmelmert haben eine Tradition von über 300 Jahren!

 

1)Thomas Kreft: Das mittelalterliche Eisengewerbe im Herzogtum Berg und in der südlichen Grafschaft Mark. S. 129

 

 

Schmiedehämmer am Ebbeckebach

 

Am Ebbeckebach im Wiesengrund

schlug einst ein Hammer Osemund

aus rohem Eisen das Gerät,

 was man so brauchte früh bis spät.

 
Aus solchem Ursprung bald entstand

 manch Hammerwerk in uns´rem Land.

 Auch heute gibt es hier noch zwei,

 sie schmieden täglich mancherlei,

 was unser Dorf macht weit bekannt

 und das nicht nur im Sauerland.


Was hier entstand vor vielen Jahren,

 das wollen wir auch gut bewahren.

 So lang´ die Hämmer hier in Schwung,

 bleibt uns mehr als Erinnerung.


Ein alter Hammer als Symbol

 steht aufgeputzt ganz liebevoll

 auf seinem Sockel und erzählt,

 dass er zum Denkmal wurd´ erwählt,

 weil er hier früher Schlag auf Schlag

 schon viel geschmiedet haben mag.

 
Die Hämmer unter großem Dach

 schmieden noch heute am Ebbeckebach,

 doch schallt ihr Schlag nicht gar so weit

 gedämpft durch die Technik unserer Zeit.

 

Heli